DOPE-HEMS: Doppler-Perfusions-Studie in der luftgebundenen Notfallmedizin
Neue Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Blutdruck und Hirndurchblutung im Rettungseinsatz
Im Rettungseinsatz müssen lebenswichtige Entscheidungen innerhalb kürzester Zeit getroffen werden. Der Blutdruck gilt dabei als eine der wichtigsten Messgrößen zur Beurteilung kritisch kranker Patientinnen. Ob er jedoch tatsächlich zuverlässig widerspiegelt, wie gut das Gehirn durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird, ist bislang nur unzureichend erforscht. Genau hier setzt die Studie DOPE-HEMS (Doppler-Perfusions-Studie in der luftgebundenen Notfallmedizin) an. In einem internationalen Kooperationsprojekt unter Leitung der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) untersuchen Wissenschaftler*innen erstmals im Rahmen von Rettungshubschraubereinsätzen, wie eng der gemessene Blutdruck mit der tatsächlichen Hirndurchblutung und damit der möglichen Sauerstoffversorgung des Gehirns bei Patienten*innen in kritischen Gesundheitszuständen zusammenhängt.
| Förderungsempfänger |
Georg-August-Universität Göttingen Universitätsmedizin Göttingen Klinik für Anästhesiologie |
| Projektpartner | DRF Stiftung Luftrettung gGmbH |
| Projektbeginn | 01.07.2026 |
| Projektende | 30.06.2028 |
Projektdetails
Eine präzise Überwachung von Blutfluss und Herz-Kreislauf-Funktionen ist in der Notfallmedizin entscheidend, um lebensrettende Maßnahmen rechtzeitig einzuleiten und gezielt zu steuern. Obwohl der Blutdruck dabei als zentrale Orientierungsgröße dient, erlaubt er nur indirekte Rückschlüsse auf die tatsächliche Durchblutung des Gehirns. Insbesondere bei Patient*innen mit schweren Verletzungen oder lebensbedrohlichen Erkrankungen kann das Herz-Kreislauf-System so stark beeinträchtigt sein, dass der gemessene Blutdruck die Versorgung des Gehirns nicht zuverlässig abbildet.
Vor diesem Hintergrund untersucht die Studie DOPE-HEMS, wie aussagekräftig unterschiedliche Blutdruckmessverfahren für die Beurteilung der Hirndurchblutung im Rettungseinsatz tatsächlich sind. Ergänzend zu den etablierten Messmethoden kommt eine innovative Doppler-Sonografie zum Einsatz: Ein speziell entwickelter Sensor wird auf die Halsschlagader aufgeklebt und ermöglicht erstmals eine kontinuierliche Messung des Blutflusses während der gesamten Versorgung und des Transports im Rettungshubschrauber. Auf diese Weise kann die Durchblutung des Gehirns unter realen Einsatzbedingungen fortlaufend überwacht werden.
Ziel der Studie ist es, die verschiedenen Messverfahren miteinander zu verglichen und systematisch Daten zur Beziehung zwischen der Durchblutung des Gehirns und dem Blutdruck zu erheben. Langfristig sollen die Ergebnisse dazu beitragen, Risikopatient*innen früher zu identifizieren und die notfallmedizinische Behandlung bereits am Einsatzort noch gezielter auszurichten.
In das Projekt sind bundesweit sechs Standorte der DRF Luftrettung eingebunden, an denen die Daten unter realen Einsatzbedingungen gesammelt und für die wissenschaftliche Auswertung an der UMG, an der auch das Studienzentrum beteiligt ist, und der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) in Trondheim, Norwegen, bereitgestellt werden. Die Daten werden von der Erstversorgung bis hin zur Einlieferung in die Notaufnahme durch das Team des Rettungshubschraubers erhoben.
Eingeschlossen werden erwachsene Patient*innen mit besonders schweren Krankheitsbildern oder Verletzungen, darunter Herz-Kreislauf-Stillstand mit Wiederbelebung, schwere Mehrfachverletzungen und Schockzustände, Schädel-Hirn-Traumata, Hirnblutungen sowie lebensbedrohliche Erkrankungen der Hauptschlagader.
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